Samstag, 8. Juni 2013

Ja, die bei der Mühle in Karoxbostel, die haben echt das Dach ab!

Uralte Dachpappe in dutzenden Schichten zu entfernen, und einen ziemlich durchgerotteten 120 Jahre alten, mit einer Fläche von etwa 300 qm auch nicht ganz kleinen, Dachstuhl abzudecken – das war die gigantische Aufgabe für die Mühlenretter am 8. Juni.

Man kann an dieser Stelle schon einmal vorgreifen: Die Aufgabe wurde gelöst, und zwar hervorragend, toll, à la bon heure, oder soll man sagen: OBERAFFENSCHARF ... ICHGLAUBDASNICHT ... MÜHLENSTARK ... MEINLIEBERSCHOLLI ... SEIDIHRGUT!!! 

Das vielleicht größte Dankeschön der bisherigen Vereinsgeschichte geht an die etwa 30 Helfer, die zu diesem schwierigen und äußerst anstrengenden Einsatz vor Ort waren – Berge zu versetzen ist nichts dagegen!

Bereits um halb acht Uhr waren die ersten Leute vor Ort, um bewaffnet mit Schutzhelm, Kuhfuß und Latthammer dem Dach an die Pappe zu gehen. Von unten betrachtet glich das komplett eingerüstete Mühlengebäude, das auf allen Etagen besetzt war mit eifrigen Mühlenhelfern, die Lasten trugen, Pappe abkratzten, Latten weghebelten, leere Eimer anreichten oder volle Eimer wegtrugen einem Ameisenhaufen – nur das hier nichts in den Bau herein, sondern vom Gebäude herunter getragen wurde. Mal per Eimerkette und mal im hohen Bogen auf den großen Holzhaufen hinter der Mühle, wurden die Materialien abgetragen und entsorgt. Dabei wurde selbstverständlich darauf geachtet, dass das Holz zur umweltgerechten Entsorgung vom giftigen Bitumen und der Dachpappe getrennt wurde. Es war eine von den Arbeitsabläufen her gesehen einfache Aufgabe und das Ziel war klar: Das Dach muss runter und zwar heute, denn die Woche verspricht gutes trockenes Wetter, also ideale Bedingungen für die Zimmerleute um Andreas Brauel herum, die das neue Dach in dieser Woche wieder aufsetzen werden.

Mehr als acht Stunden später, oder soll man in Anbetracht der Riesenaufgabe sagen – NUR ACHT STUNDEN später – war das Werk vollbracht. Der Dachstuhl, bzw. das, was davon übrig ist, sonnte sich in luftiger Höhe, von seiner vergammelten Last befreit, in der Abendsonne. 

Nun kann der Dachstuhl, da wo nötig, repariert und erneuert werden. Das Material dafür lieg bereits im Hof bereit und zur Stunde (Montag 10.06. 17 00 Uhr) befindet es sich auch schon auf der obersten Etage der Mühle. In nur einer Woche wollen die Zimmerleute und Dachdecker das neue Dach eingedeckt haben, und zwar historisch korrekt, genau so, wie es vor 120 Jahren nach dem ersten Richtfest des Mühlengebäudes bereits schon einmal eingedeckt wurde. Nämlich mit Holz und Dachpappe – nur alles jetzt in ganz neu!

Auch um das Gebäude herum wurde – was soll ich sagen – natürlich wie immer weiter aufgeräumt, gepflanzt und abgerissen (nämlich z. B. die nicht besonders schönen, nicht originalen, aber mit Beton verbauten Sandsteine in der Tenne) und vieles mehr – aber das muss heute einmal ein bisschen in den Hintergrund der Betrachtung treten. Nichts desto trotz – auch diesen Mühlenhelfern soll hier ganz dolle gedankt werden und natürlich auch denen, die an diesem Tag für Kaffee, Tee, Kuchen, Kartoffelsalat und gegrillte Würstchen gesorgt haben! Vielen Dank an euch!

Wir sind jetzt einen guten Schritt weiter gekommen, aber nächste Woche gibt es natürlich auch wieder einiges neues zu tun – es stehen vielleicht nicht ganz so große Aufgaben an, aber auch wieder einige ganz wichtige und dringende. 

Wer wissen möchte, welche das sind, ist herzlich eingeladen beim Mülenputz am 15. Juni vorbeizukommen. Wir freuen uns auf Euch und auch auf – ja genau – Sie!