Samstag, 11. Januar 2014

In den letzten Wochen hatten wir an den Sonnabenden begonnen die Kellerräume auszuräumen. Unter den Fundstücken befand sich, wie wir erst jetzt so richtig registriert haben, ein altes Waffeleisen. Keine Weltsensation, aber doch ein sehr interessantes Stück, dass zumindest ich so noch nicht gesehen habe. Dieses wird übrigens zum Betrieb direkt auf einen heißen Küchenherd gestellt und damit man nicht lange nach einem Waffelrezept suchen muss, steht das einfach direkt auf dem Deckel.

Ein Stockwerk über dem Keller wurde weiter an den Wänden der Küche gekratzt und geschabt. Alte Wandverkleidungen wurden entfernt, um einen Blick auf die ursprünglichen Wände werfen zu können. Ein paar Schritte weiter im Wohngebäude hatte sich wieder die alte Truppe der Fensterrestaurierer zur Tat formiert und wieder Hand an die Fensterrahmen gelegt. Die Diele und die gute Stube sollen nach unserer Planung nach die ersten beiden Räume sein, die wieder vollständig in historisch korrekten Zustand versetzt werden. Passend dazu hat sich einer unserer Mühlenhelfer mit der Ausbesserung und Instandsetzung der Haustür befasst.

Es finden sich bei unseren Mühlenputzeinsätzen oft Gruppen von Mühlenhelfern gleicher Erfahrung oder Interessenlagen oder ähnlichem  zusammen. Das hat natürlich mit den eigenen Kenntnissen und Fähigkeiten zu tun, aber natürlich auch mit persönlichen und menschlichen Vorlieben, wenn ich das mal so sagen darf. Wie im richtigen Leben sind einem ja nicht alle Menschen gleich sympathisch! Und mit dem Einen kann man eben besser als mit dem Anderen. Was aber wirklich bemerkenswert ist, dass es wirklich nie – soweit ich das beurteilen kann zumindest – echten Stress untereinander gibt! Jede und Jeder kann bei uns im weitesten Sinne machen was er oder sie möchte, wo er oder sie möchte und so schnell oder langsam wie er oder sie es denn eben vermag! Das sind einfach paradiesische (Arbeits)-Bedingungen, die sich wohl so manch einer auch im beruflichen Umfeld wünschen würde. Klar, wir machen das freiwillig und das ist eben kein Job, könnte man sagen, und das sind in der Tat auch andere Voraussetzungen. Bemerkenswert bleibt aber trotzdem, dass wir auf dieser freiwilligen und unbezahlten Ebene erstaunlich produktiv und konstruktiv sind! Insofern kann man das eben doch ein Stück weit vergleichen. Was ich damit sagen möchte: Eigentlich so etwas wie …  Arbeit kann durchaus ganz schön viel Spaß machen und trotzdem oder wohl eher gerade deswegen sehr erfolgreich sein. 

Ab von diesen hobbyphilosophischen und arbeitssoziologischen Gedanken komme ich mal wieder zum Anfang dieses Absatzes zurück. Auch in der Mühle war heute wieder eine Gruppe mit der Instandsetzung der Technik beschäftigt, die man so oder so ähnlich schon öfter da gesehen hat.

Draußen im Backhaus ist die zweite Ziegelschicht des Ofens so gut wie vollendet. Unser Ofenbauer Dirk und seine Frau Andrea hatten heute übrigens ein ganz besonderes Geschenk für die Mühle dabei: Dank den beiden haben wir jetzt ein eigenes und handgefertigtes Gästebuch für unsere Mühle! Vielen Dank dafür!!!

Auf dem Hof wurde weiter Erde und Unrat und was sonst so alles da rumliegt, vom Kopfsteinpflaster gekratzt und gefegt. Und das Gartenteam hat auf der Streuobstwiese den Platz für die Zweige und Äste der Bäume, die am Graben gefällt werden sollen, schon vorbereitet .

Am nächsten Sonnabend sind Sie natürlich auch wieder von 10 – 13 Uhr eingeladen, vorbeizuschauen. Diesmal aber nur zu einem kleinen Mühlenputz – wir erwarten die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die uns einen Scheck überreichen möchte. Für uns alle eine ebenso überraschende, wie wichtige Unterstützung, mit der wir so und gar nicht gerechnet hatten! Aus diesem Anlass erwarten wir viele Gäste aus Politik und Gesellschaft und auch die Presse hat sich in großer Zahl zu diesem wichtigen und schönen Ereignis angekündigt!