Samstag, 4. Januar 2014

Das neue Jahr offenbarte uns beim ersten Mühlenputz im Januar einige, wenn auch nicht gerade sensationelle, so aber doch interessante Funde und Erkenntnisse. Im Bereich zwischen Zwerchhaus und Stall auf der rechten Seite der Tenne sind in den letzten Wochen einige nachträglich eingezogenen Wände entfernt und ursprüngliche Türen und Zugänge wieder freigelegt worden. Das lässt sich hier ohne Zuhilfenahme von Händen und Füßen oder einem Grundriss nicht besser beschreiben. „Einfach mal vorbeikommen und selbst anschauen empfehle ich!“. Dabei sind sehr schöne blaue Schablonenmalereien, die ringsum die Wände zieren, freigelegt worden. Noch schlummern sie teilweise unter einer Schicht später aufgetragener Farbe, aber diese werden wir in den nächsten Wochen abwaschen, um den ursprünglichen Zustand wieder so gut wie möglich herzustellen. Interessant ist daran nicht so sehr die Malerei,

die in der damaligen Zeit zur Dekoration von Wänden häufig angewandt wurde, sondern der Ort. Dieser Raum war nämlich ursprünglich der Schlafraum der angestellten Müller  und in solchen Räumen gab es normalerweise keinen Zierrat dieser Art. Wie unsere Vereinsvorsitzende meint, ist dies ein weiteres Indiz für den großen Reichtum der Familie in dieser Zeit.

Wie die aktuellen Bilder in der Bildergalerie verraten, haben wir einige Regale geschenkt bekommen, und diese wurden umgehend in den Boxen der Tenne wieder aufgebaut, so dass wir die Mengen an Inventar, Fundstücken, Werkzeug, etc. auch irgendwo aufbewahren können. 

Der Backofen erhält zur Zeit gerade seine zweite Ziegelschicht und schreitet unaufhaltsam der Vollendung entgegen.

Zwischen der alten Sägerei und dem Mühlengebäude waren wieder einige unserer Mühlenhelfer damit beschäftigt, die genaue Lage der Wellen und Zahnräder des bereits vor einigen Jahrzehnten abgebauten Antriebs der Sägerei zu rekonstruieren. Mittlerweile haben wir eine recht gute Vorstellung davon, wie das früher mal ausgesehen hat.

Einige Fragen sind in der letzten Zeit hinsichtlich unseres Mönchs am Mühlenteich aufgetaucht. Der Polizeiangelverein hatte beim Freilegen der Fundamente und Abflüsse des alten Bauwerks festgestellt, dass der Ablauf in diesem Mönch früher nach unten gewiesen hat – was eher ungewöhnlich für so ein Teil* ist. (* zur Erklärung siehe unten den Wikipedia-Eintrag zum Thema). Ohne hier weiter in technische Details abzutauchen, bedeutet das für uns, dass die ursprünglich geplante Variante mit einem Mönch, der aus Holz konstruiert werden sollte, nicht realisierbar ist. Das wiederum heißt, wir müssen jetzt relativ schnell prüfen, ob es entweder möglich ist, den alten Mönch, der ja noch auf der Streuobstwiese liegt, zu reaktivieren, oder ob und wie wir einen neuen bauen oder bauen lassen können.

Freigelegt wurden an diesem Wochenende mit beträchtlichem körperlichem und eher bescheidenem technischem Aufwand auch weitere Hofflächen. Mit Hacke, Rechen, Besen, Schaufel und Schubkarre bewaffnet wurden wieder ein Paar Quadratmeter Kopfsteinpflaster von Schiet und Dreck befreit. Es scheint, als ob wirklich der ganze Hofbereich ursprünglich einmal gepflastert war

So und das war dann auch schon. Kommen Sie gern am 11.Januar wieder vorbei, denn da ist mal wieder Mühlenputz von 10 – 13 Uhr in der Wassermühle Karoxbostel.

*Mönch (Teichwirtschaft)

Schematischer Aufbau 

 

 

Als Mönch wird das regulierbare Ablaufbauwerk einesTeiches bezeichnet, durch dessen Ablauf mittels Rohrleitung auf Höhe des Teichbodens eine Einstellung des Teichwasserspiegels möglich ist, bis hin zur vollständigen Trockenlegung. Dabei wirkt er gleichzeitig als Tiefenwasserableitung. Der Teichgrund ist in Form eines flachen Trichters mit Ausrichtung auf den Mönch angelegt. Der Mönch selbst besteht aus einem Hohlkörper über dem Ablaufrohr mit je nach gewünschter Höhe des Wasserstandes variabel einsetzbaren Staubrettern im Innern. Teichseitig drückt das Wasser durch eine Aussparung in Höhe des Teichgrunds in den Mönch, dessen Ablauf je nach Höhe der Staubretter regulierbar ist. Bei Abbau der Staubretter bis auf den Teichboden läuft das Teichwasser ohne Stau in die Ablaufleitung und der Teich fällt somit gänzlich trocken. Die Trockenlegung eines Teichs wird erforderlich aus Gründen der Nutzung und Erhaltung beziehungsweise Unterhaltung (z. B. Abfischung, Säuberung oder Entschlammung, auch „Auslandung“ genannt).

(Quelle: Wikipedia)