7. Juni 2016

Volles Programm, tolles Programm: An unserer Wassermühle ist in der vergangenen Woche wieder fix was los gewesen. Die ganze Woche hindurch haben „unsere Huckis“ (so nennen wir die Bewohner der Hittfelder Behinderten-Einrichtung Haus Huckfeld) im Mühlenwald einen Naturerlebnis-Parcours aufgebaut und unsere gemeinsame Kultursommer-Aktion zum Thema „grenzenlos“ vorbereitet.

Auf diesem Parcours konnten Besucher aller Altersgruppen mit und ohne Handicap zahlreiche Alltagsgegenstände suchen, die die Huckis und ihre Helfer zwischen Zweigen im dichten Grün der Blätter, in hohlen Baumstämmen, auf dem Laub bedeckten  Boden oder auf verwitterten Wurzeltellern versteckt hatten. Einzeln oder in kleinen Gruppen versuchten die Besucher, so viele verborgene Gegenstände wie möglich zu entdecken. 

Wer sich das sinnliche Erlebnis, barfuß über Rindenmulch, Tannenzweige,  Kieselsteine, Gras oder Lehm zu gehen, nicht entgehen lassen wollte, konnte den Barfußpfad im Mühlenwald ausprobieren. „Es wirkt belebend und macht viel Spaß, einfach die Schuhe auszuziehen und mal wieder barfuß zu gehen – so wie das unsere Vorfahren schon immer getan haben“, sagt Reinhard Molkentin, Dritter Vorsitzender des Mühlenvereins.

Mit von der Partie beim Auftakt zum „grenzenlosen“ Kultursommer an unserer  Wassermühle waren auch die zertifizierten Natur- und Landschaftsführer (ZNL) für die Winsener Elbmarsch, Ragna Raabe, Michael Schödl und Carsten Weede, die einen zweiten Mitmach-Parcours vorbereitet hatten. Auf dem Rundweg durch den lichten Mühlenwald mit seinen mächtigen Buchen und Eichen galt es, zahlreiche heimische Tiere wie Fuchs, Dachs, Marderhund, Waschbär, Eichhörnchen, Rehbock, Uhu, Waldohreule oder Habicht aufzuspüren. Die im Mühlenwald versteckten Tierpräparate haben die Jäger des Hegerings Hittfeld zur Verfügung gestellt. „Wer Wildtiere in ihrer natürlichen Umgebung erleben will, muss genau hinsehen: Viele Tiere sind sehr scheu und zudem gut getarnt“, sagt Naturführerin Ragna Raabe.

Auf dem Erlebnis-Parcours waren besondere „Blickpunkte“ markiert, von wo aus die versteckten Tierpräparate gut zu erkennen waren. So wurden die Blicke der Besucher beispielsweise durch ein Guckloch in einem Brett auf einen Eisvogel gelenkt, der auf einem Ast am Mühlenbach saß. Ohne solche kleinen Hilfen wären Tiere wie die Kreuzotter, der Feuersalamander oder der Grünspecht kaum zu entdecken gewesen. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, ihr Wissen über die heimischen Wildtiere aufzufrischen oder Neues zu erfahren.  

Nach dem „Verstecken-Entdecken-Erlebnis“ im Mühlenwald trafen sich alle Teilnehmer, darunter auch zwei sogenannte Tschernobyl-Kinder aus Weißrundland, zum gemeinsamen Essen an einer langen Tafel auf dem Mühlenhof. „Es war ein sehr schöner Tag“, sagte Ida Schonebeck vom Haus Huckfeld.

Nach dem harmonischen Abschluss der Kultursommer-Veranstaltung ging es gleich nahtlos weiter an unserer Schönen: Bei herrlichem Kaiserwetter feierten unsere Mühlenfreundin Martina Sahling und ihre Gäste bis in die frühen Morgenstunden eine Super-Geburtstagsparty mit Musik und Tanz, tollen Videos, kühlen Getränken, leckerem Essen und vielen guten Gesprächen.  Wenige Stunden später rückte die Feuerwehr an: Die Freiwillige Feuerwehr Hittfelder feierte an der Wassermühle das 40-jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr Hittfeld mit einem großen Kinderfest. Auf dem Programm standen Spiel und Spaß sowie jede Menge Informationen aus der Welt der Feuerwehr. Auf Stelltafeln informierten die Retter über die Geschichte der Jugendfeuerwehr von den Anfängen bis heute. Kinder konnten in einer Hüpfburg toben, sich schminken lassen oder an den Spielstationen mitmachen. Für das leibliche Wohl war ebenfalls bestens gesorgt.

Parallel zum Kinderfest ließen die angehenden freiwilligen Müller die Mühle laufen. Müllermeister Franz Rosenkranz und seine Schützlinge hatten hohen Besuch: Der Vorsitzende der Mühlenvereinigung Niedersachsen-Bremen, Rüdiger Heßling, sein Stellvertreter Heinz Drost und Schriftführer Rolf Wessel, wollten sich persönlich vom Ausbildungsstand der angehenden freiwilligen Müller überzeugen. Die drei Besucher zeigten sich beeindruckt von der Aufbauleistung der Karoxbosteler Mühlenretter, äußerten sich zufrieden über die gesammelten Eindrücke bei der Müller-Ausbildung und verabschiedeten sich „bis zum nächsten Mal“ mit einem kräftigen „Glück zu!“ Bereits am Sonnabend, 18. Juni, soll es ein Wiedersehen geben: Die drei Mühlen-Experten wollen wieder nach Karoxbostel kommen: Rüdiger Heßling hält ab 10 Uhr einen Vortrag über die Geschichte des Mühlenwesens. Anschließend wird der Müllermeister und Mühlenbau-Fachmann Rolf Wessel zum Thema Mühlentechnik referieren.

Am nächsten Wochenende, 11. und 12. Juni, werden rund 60 Grundschüler an der Wassermühle zu Gast sein. Jäger des Hegering Hittfelds wollen den Kindern ein spannendes und erlebnisreiches Abenteuerwochenende bereiten.