Fantasie und Sägerei, wie passt das zusammen?

In Karoxbostel passte vor vier Jahren nichts besser zusammen.

Zum einem wussten die wenigsten, dass der verfallenen Holzschuppen auf dem Hof einmal eine Sägerei gewesene war, zum anderen war kaum noch etwas übrig von dem einst stattlichen Gebäude.

Eine mächtige Esche hatte das Dach durchschlagen und die Wände waren eingefallen, einzig das venezianische Gatter trotzte mit seinen mächtigen Balken noch dem völligen Verfall. Das Haupthaus, die Mühle und das Backhaus, alles waren Ruinen als der Verein vor vier Jahren das Denkmal-Ensemble übernommen hatte. Aber mit Fantasie konnte man sich die Sanierung noch vorstellen - aber die Sägerei – schien ein hoffnungsloser Fall.

 

Aber dann kamen der Vorsitzende der Mühlenvereinigung Niedersachsen-Bremen, Herr Rüdiger Heßling, und kurz darauf Herr Michael-Heinrich Schormann von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und waren begeistert und wir merkten langsam, das dieser hoffnungslose Fall etwas ganz Besonderes war.

Und nachdem Karl Konrad und sein Team uns die große Esche weg gesägt hatten begannen wir zu räumen. Jeder von uns Mühlenaktiven war im Keller, in dem unbeschreiblichen Dreck, der mit Eimerketten herausgebracht werden musste. Die Bergung des Opel Kapitäns und der Kutsche, was für spannende Erinnerungen.

Dann kam die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und machte die Sägerei zu einem Projekt der Jugendbauhütte im Landkreis Stade. Und nun ging es richtig los. Die Reste der Sägerei wurden fotografiert und alles wurde dokumentiert. Zusammen mit Josi, Marieke, Eike und Grischa von der Jugendbauhütte bauten  die Mühlenaktiven die Reste ab. Willi Koppermannn organisierte den Telekran, Georg Renken den Beton für die Fundamentsanierung. Es wurde gemauert und geputzt, manchmal kurz vorm Sonnenstich. Rolf Nagel, Heinz Detlefsen, Rüdiger Fromator-Himmelreich und Claus Hiller fuchsten sich in die Technik des  venezianischen Gatters ein.

Andreas Brauel und sein Team baute die Sägerei nach den wiedergefundenen Originalbauplänen nach.

Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung, die Niedersächsische Sparkassen Stiftung der Landkreis Harburg und die Gemeinde Seevetal gaben 47.500 Euro, unser Verein weitere 13.500 Euro für den Wiederaufbau.

Aber bis zum Sägen war es immer noch ein weiter Weg. So sorgte Karl Konrad für das Holz der Pleuelstangen und Tischlermeister Arne Schaper fertigte sie. Alexander, Ole Wetzel und Holger Diener sorgten für den Strom und die richtige Ausleuchtung, Jürgen Schramm baute neue Riemenscheiben, spendete zudem auch noch den Elektromotor und die Treibriemen. Eine Drainage musste von den unermüdlichen Mühlenaktiven im Spänekeller verlegt werden, und Bernd Götzen hat nicht nur den Keller gepflastert, sondern auch den Schienenplatz.

Ohne den Einsatz aller Aktiven Mühlenfreunde, der Sponsoren und Förderer könnten wir die Sägerei heute nicht in Betrieb nehmen. Danke dafür.