29. Juli 2017

Liebe Mühlenfreunde!

Das Reet ist (fast) runter!

Die unermüdlichen Mühlentretter haben am vergangenen Sonnabend trotz stömenden Regens gut zwei Drittel der Eindeckung des ingesamt 390 Quadratmeter großen Reetdachs des denkmalgeschützten Wohn- und Wirtschaftsgebäudes an der Wassermühle Karoxbostel herunter geholt.

Aktive des Mühlenvereins stopften das Reet in zwei 36-Kubikmeter-Container. Ein Entsorgungsunternehmen hatte die Container noch am Freitagnachmittag vor das Gebäude gestellt, wo am Vormittag noch drei Trauungen stattgefunden hatten. Beim sogenannten Mühlenputz, zu dem seit 2012 jeden Sonnabend Dutzende freiwillige Helfer kommen, arbeiteten die Mühlenretter Hand in Hand mit Mitarbeiter der Reetdachdeckerei Uwe Behr aus Scharmbeck. Während die Profis in großer Höhe das mit Draht an der Dachkonstruktion befestigte Reet lösten und die Dachschräge hinunter beförderten, standen die freiwilligen Helfer auf einem Gerüst und nahmen das Reet an der Dachtraufe entgegen, um es in einer langen Kette bis zu den Containrn zu befördern. Nach sechs Stunden harter Arbeit waren die beiden bereitgestellten Container bis zur Oberkante gefüllt. Am Ende der Aktion waren alle klitschnass von Regen und Schweiß. Die Gesichter schwarz gefärbt von Staub und Dreck, stiegen die Mühlenaktiven nach getaner Arbeit nacheinander vom Gerüst herab. "Obwohl es nass, dreckig und anstrengend war, bin ich sehr glücklich. Das war wieder so eine Gemeinschafts-Aktion, die allen Beteiligten unvergesslich bleiben wird", sagt die Vorsitzende des Mühlenvereins, Emily Weede. In den nächsten Tagen werden Uwe Behr und seine Mitarbeiter das Reetdach auf der Südseite des 1817 errichteten Fachwerkhauses komplett erneuern. "Zur 200-Jahr-Feier am 26. August soll das Gebäude wieder in altem Glanz erstrahlen", sagt Emily Weede.

Unter dem abgeplanten Dach empfingen Aktive des Mühlenvereins am Sonntag auch noch Mitglieder des Trägervereins der Schleifmühle Schwerin und Mitglieder des Vereins "Heimatmuseum - Vierdörfer Dönz" e.V. aus Sprötze, Kakenstorf, Trelde und Drestedt. Die geschichtsinteressierten Besucher zeigten sich beeindruckt von dem denkmalgeschützten Gebäude-Ensemble und lobten die engagierte Arbeit der Mühlenretter: "Es ist großartig, was Sie hier zur Erhaltung dieses besonderen technischen Denkmals und für das Gemeinwesen leisten", bedankte sich der Vorsitzende des Stadtgeschichts- und -museumsvereins Schwerin e.V., Ludwig Rehberg, zum Abschied bei Emily Weede und Müllermeister Franz Rosenkranz für die Führung über das Mühlengelände.

Liebe Grüße und „Glück zu!“

Emily und Christina