Herzlich Willkommen

beim Verein Wassermühle Karoxbostel e.V.

Wir freuen uns über Ihr Interesse an den Aktivitäten rund um die Wassermühle Karoxbostel und bieten Ihnen viele interessante Informationen rund um die Mühle.

Pünktlich zum 200-jährigen Geburtstag im Jahre 2017 soll die Wassermühle Karoxbostel wieder im vollen Glanz erstrahlen.

Historie und Nutzungskonzept der Wassermühle Karoxbostel:

Das Denkmal-Ensemble Wassermühle Karoxbostel besteht aus dem Wohn- und Wirtschaftsgebäude von 1817, der Mühle aus dem Jahr 1893 (mit drei Mahlgängen und einem oberschlächtigen Wasserrad), der 1900 gebauten Sägerei (mit Venezianischem Gatter), einem Backhaus sowie einem in den 1920er Jahren gebauten Schweinestall. Der Hof wurde 1366 erstmals urkundlich erwähnt, die Mühle 1438.
Seit 1783 wurde die Mühle von der Familie Meyer-Denecke betrieben. Mühlenbesitzer Peter Meyer war 1866 Mitbegründer der Sparkasse und Initiator des Landwirtschaftlichen Vereins Hittfeld.
Die Wassermühle und das angrenzende Wohn- und Wirtschaftsgebäude von 1817 sollen zu ihrem zweihundertjährigen Bestehen im Jahr 2017 in altem Glanz neu erstrahlen.
Als Erweiterung der Niedersächsischen Mühlenstraße ist die Karoxbosteler Wassermühle der Brückenschlag zur Hansestadt Hamburg. Die gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln ermöglicht die Einbindung in unterschiedliche touristische Nutzungskonzepte.
Die Wassermühle Karoxbostel und das Wohn- und Wirtschaftsgebäude wurden nach der Gründung des Vereins Wassermühle Karoxbostel im Februar 2012 schnell der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Seit 2013 findet ein umfangreiches Kultur-, Natur- und Umweltprogramm statt. Ganz nach dem Motto "Der Weg ist das Ziel" sollen die Menschen miterleben, wie dieses Kleinod langsam wieder mit neuem Leben erfüllt wird.

Das Hofensemble bietet sich schon durch seine Größe und die einmalige Kombination aus historischem Gebäudebestand, Mühlenteichen, Bach und Wald für vielerlei Nutzungen an. Schon seit 2013 veranstalten wir hier Konzerte, Lesungen, Ausstellungen und Theateraufführungen in einem besonderen Ambiente. Im Juni 2014 war das Thalia Theater Hamburg im Rahmen der Kulturlandschaften in der Wassermühle zu Gast.
Alle bei diesen Veranstaltungen gesammelten Spenden werden für die Sanierung der Gebäude verwendet. Am 27. Juli 2014 fand die erste Taufe im Rahmen der Sommerkirche an der Wassermühle statt.
Kinder können hier unter Leitung der Jäger des Hegerings Hittfeld Naturerlebnistage und Abenteuer-Wochenenden verbringen. So haben beispielsweise im März 2013 rund 80 Kinder unter Anleitung von Jägern Nistkästen gebaut. Bereits bestehende Angebote der Jägerschaft für Grundschulen in den Gemeinden Seevetal und Rosengarten können durch die Räumlichkeiten erweitert und wetterunabhängig gestaltet werden. Die Ferienbetreuung der Gemeinde Seevetal nutzt das Gelände ebenfalls für Abenteuertage.

Die Seevetaler Kindergärten, Grundschulen und weiterführenden Schulen erhalten hier zudem die Möglichkeit, spannende Natur- und Umweltprojekte durchzuführen.
Die Grund-und Hauptschule Hittfeld hat im Mai 2013 zusammen mit Vereinsmitgliedern und dem Nabu ein Teilstück des Mühlenbaches renaturiert. Im April 2013 wurde von Schülern und Bewohnern des Hauses Huckfeld in Hittfeld gemeinsam mit Aktiven des Vereins eine Streuobstwiese angelegt. Grundschulklassen haben die Patenschaften für die Bäume übernommen.
Seit Sommer 2012 besteht eine feste Kooperation mit "Fördern Und Wohnen" Haus Huckfeld. Alle zwei Wochen hilft eine Gruppe Behinderter bei den Arbeiten. Die Theatergruppe des Hauses ist ein gern gesehener Gast in der Mühle.
Mit den Elbewerkstätten Hamburg wurde ebenfalls eine Kooperation geschlossen. Am Tag des offenen Denkmals (8.September 2013) fand die erste Ausstellung ihres Ateliers Freiraum mit Kunstwerken, die in der Mühle entstanden sind, statt. Im Juni 2014 drehte die Tanzgruppe der Elbe-Werkstätten einen Kurzfilm auf dem Mühlengelände.
Der Hegering Hittfeld, der Landfrauenverein und der NABU sind ebenfalls Partner des Mühlenvereins.
Gleichzeitig wird Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen anhand der mittlerweile vollständig sanierten Mühle das Müllerhandwerk und die regionale Wirtschaftgeschichte auf lebendige Weise näher gebracht. Nicht nur die alte Mühlentechnik wird so bewahrt und gezeigt, sondern auch moderne Wasserkrafttechnik soll präsentiert und zur Stromerzeugung genutzt werden. Die Sägerei ist ebenfalls ein wichtiger Baustein in diesem Konzept. Generationsübergreifende Veranstaltungen von Walderlebnisspielen über Wasserprojekte bis hin zu Seminaren über Heilkräuterkunde, Obstanbau und -verarbeitung oder Imkerei sind rund um die historische Wassermühle möglich.
Auch Chorwochenenden und Gruppenfreizeiten für Vereine aus der Region oder aus Hamburg könnten hier stattfinden. Die nächste HVV-Bushaltestelle liegt nur rund 250 Meter entfernt.
Die Nebengebäude sind ebenfalls vielfältig nutzbar: Das ehemalige Backhaus wurde komplett in Eigenhilfe durch Vereinsmitglieder saniert. Ein alter Lehm-Backofen wurde wieder aufgebaut – in ursprüglichem Zustand. Seit Frühjahr 2014 wird darin wieder Brot gebacken.

Die Wohnräume des Hauses sollen im Erdgeschoss wieder hergestellt und mit originalem Mobiliar aus dem Hause bestückt werden. Eine Nutzung wahlweise als Mühlencafé, durch Mitarbeiter der Elbewerkstätten, an besonderen Hoftagen ist geplant. Durch die Einrichtung von zwei Seminarräumen werden weiter Nutzungen möglich. Im oberen Stockwerk könnte die alte Bibliothek des Landwirtschaftlichen Vereins wieder einziehen und die geretteten Mühlen-Archivalien könnten dort Heimatforschern zugänglich gemacht werden.
Im ehemaligen Schweinehaus soll ein Gruppenraum entstehen, um Projekte wie Kochen und das Erlernen alter Handwerkstechniken zu ermöglichen. Dort soll auch eine alte Schmiede eingebaut werden.

Im September 2013 hat die Grund- und Hauptschule Hittfeld mit mehr als 300 Kindern eine Projektwoche mit dem Schwerpunkt Umwelt und Natur an der Wassermühle durchgeführt.
2014 besuchten etliche Schulklassen und Kindergartengruppen die Mühle.
Ab September 2015 findet die Ganztagsbetreuung der Grundschule Hittfeld an vier Tagen in der woche an der Mühle statt.

Der Verein Wassermühle Karoxbostel e.V.

88 Mühlenretter gründeten am 22. Februar 2012 den Verein Wassermühle Karoxbostel e.V., nur drei Monate nach dem Tod des letzten Eigentümers, der ohne direkte Erben verstorben war.
Im Mai 2012 kaufte der Verein das Denkmal-Ensemble.
Mittlerweile hat der gemeinnützige Verein über 1000 Mitglieder und ist damit der mitgliederstärkste Mühlenverein in Deutschland. Zu den Mitgliedern zählen die SPD-Bundstagsabgeordnet Svenja Stadler, der Landrat des LK-Harburg Rainer Rempe, die Bürgermeisterin der Gemeinde Seevetal Martina Oertzen, ihr Amtsvorgänger Günter Schwarz, die Ratsvorsitzende Angelika Tumuschat-Bruhn sowie die Ortsbürgermeister Norbert Fraederich und Adolf Wendt, sondern auch der Superintendent des Kirchenkreises Hittfeld, Dirk Jäger, der Weltfriedenspreisträger Ivar Buterfas, der B.A.U.M.-Vorsitzende Professor Maximilian Gege, der Leiter des Hegerings Hittfeld, Rolf Bellmann sowie zahlreiche Gewerbetreibende der Region. Zudem sind viele "Praktiker" mit von der Partie. Neben zahlreichen Handwerkern der verschiedenen Gewerke (Müllermeister, Zimmerer, Tischler, Elektriker, Restaurator, Dachdecker, Maler, Maurer und andere) stellen Experten unterschiedlicher Fachrichtungen (z.B. Architekten, Statiker, Studenten und Dozenten der Fachhochschule Buxtehude) ihre Kenntnisse und Fähigkeiten in den Dienst der Sache.

Seit der Verein Wassermühle Karoxbostel das Mühlengelände übernommen hat findet jeden Sonnabend von 10 bis 13 Uhr der sogenannte Mühlenputz statt. Mittlerweile arbeiten jeden Sonnabend 40 bis 50 aktive Mühlenretter an der Sanierung des Denkmal-Ensembles mit.
Alle Vereinsmitglieder arbeiten komplett ehrenamtlich, es gibt auch keine Aufwandentschädigungen.

Sanierungsschritte von 2012 bis 2015

  • Ein Dutzend große Container mit Unrat sowie zahlreiche PKW-Anhänger-Ladungen voller Sondermüll und Schrott wurden entsorgt.
  • 50 Kubikmeter Mist wurden mit Forken und Radlader aus dem Wirtschaftsteil entfernt.
  • Das marode Backhaus konnte komplett in Eigenleistung saniert werden: Der Dachstuhl und die Eindeckung wurden erneuert. An den Giebelseiten wurden gußeiserne Fenster eingesetzt. Von Vereinsmitgliedern  wurde ein historischer Lehmbackofen wieder aufgebaut, dieser ist seit 2014 wieder in Betrieb. Zusätzlich wurde eine Backstube ausgebaut und komplett eingerichtet- teilweise mit historischem Gerät. 
  • Das Reetdach des Wohn- und Wirtschaftsgebäudes wurde saniert.
  • Das Zwerchhaus wurde neu aufgebaut.
  • Die modernen Einbauten, wie Kalksandsteinwände, Glasbausteine oder Badezimmer wurden komplett entfernt.
  • Zwei Jauchegruben wurden saniert.
  • Vor dem Haus wurde ein Bauerngarten angelegt.
  • Die Kopflinden und die Hainbuchenhecke vor dem Haus wurden zurückgeschnitten.
  • Eine Streuobstwiese mit historischen Obstsorten wurde angelegt. Zwischen den Obstbäumen wurden Beerenobststräucher gepflanzt und eine Kräuterschnecke gebaut.
  • Auf dem Hof wurde historisches Rippenpflaster aus der Zeit um 1800 freigelegt.
  • Ein neuer Teich-Mönch wurde gebaut. Der Aalfang wurde repariert.
  • Ein Teil des Bachlauf wurde renaturiert.
  • Die historischen Fenster und Türen wurden restauriert, die Pferdeklappen neu gebaut.
  • Die Schornsteine wurden wieder aufgemauert und die Pfannensättel auf dem Dach wieder hergestellt.
  • Die Mühle wurde vom Erdgeschoss bis zum Dachgeschoss grundsaniert. Die gesamte Mühlentechnik wurde generalüberholt.
  • Ein neues Wasserrad und ein neues Gerinne wurden eingebaut.
  • Das Stauwehr wurde instand gesetzt.
  • Eine moderne Zentralheizung wurde eingebaut.
  • Der Boden über Stall und Diele sowie der Fußboden in der kleinen Stube wurden saniert.
  • Die Elektrik in Haupthaus, Mühle, Sägerei und Backhaus wurde komplett erneuert.
  • Im ehemaligen Jungviehstall wurde der Sanitärtrakt eingebaut.
  • In der Müllerstube wurde die Wandmalerei aus dem 19. Jahrhundert restauriert. Weitere Malereien aus dem 19. Jahrhundert konnten im Wohnhaus freigelegt werden; ihre Restaurierung dauert noch an.
  • Die Reste der Sägerei wurden demontiert. Anschließend wurden das Fundament saniert, die gesamte Technik inklusive des Venezianischen Gatters restauriert und das hölzerne Gebäude nach den Original-Plänen wieder aufgebaut.
  • Die historische Hofansicht wurde wiederhergestellt. Im Zuge dieser Arbeiten wurde ein behindertengerechter Zugang zum Sanitärtrakt geschaffen.
  • In Küche, Futterküche und Mühlenstube wurden die Fliesenfußböden wieder hergestellt.
  • An zahlreichen Wänden wurde schadhafter Lehmputz ausgebessert oder erneuert.
  • Im ersten und zweiten Obergeschoss des Wohntraktes wurde der Holzfußboden neu verlegt.
  • Auf der Südseite des Wohn- und Wirtschaftsgebäudes wurde die ursprüngliche Raumsituation wieder hergestellt.

Die Wassermühle Karoxbostel wird gefördert durch:

Die EU, die Bundesrepublik Deutschland, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die niedersächsische Bingo-Umweltstiftung, die niedersächsische Sparkassenstiftung, den Lüneburger Landschaftsverband, den Landkreis Harburg, die Gemeinde Seevetal und die Sparkasse Harburg-Buxtehude. Daneben unterstützen zahlreiche Firmen der Region den Verein mit Sachspenden.